Ein Bahnhof, ein Park der einst ein Mal war und vertane Chancen

Man kann Sympathien schaffen: Aktion Roter Punkt im Hannoveraner Raum Ende der 1960′er ist ein Beispiel. http://de.wikipedia.org/wiki/Roter-Punkt-Aktion

Es ging auch um die Bahn. Es wurden jedoch die wirklichen “Gegner” getroffen: das Geld der Bahn.

Wenn man jedoch die halbe Stadt zu Hauptverkehrszeiten lahm legt und mit Vuvuzelas, Pauken und Trompeten weit weg von eigentlichen Bahnhof Lärm schlägt, dann schafft man sich sicherlich auch Aufmerksamkeit. Solidarische Gefühle jedoch nicht.

In Hannover 1969 wollte man den Fahrpreis um 10 Pfennig erhöhen. Die Hannoveraner taten sich zusammen, streikten die Bahn, und jeder mit einem roten Punkt in seinem Auto diente als Ersatzverkehr. Kurze Zeit später war aus die Maus und aus den 10 Pfenning Erhöhung wurden:

“Am 18. Juni wurde die Aktion Roter Punkt seitens der Demonstranten für beendet erklärt, nachdem die Ziele erreicht waren. Durch einen Ratsbeschluss der Stadt wurde ein drastisch reduzierter Einheitsfahrpreis von 50 Pfennig pro Fahrt eingeführt.”  – Wikipedia

In Stuggi habt ihr lieben Fortschrittsgegner jeden einzelnen Autofahrer gegen euch aufgebracht! Nicht nur den Fahrer des Autos, auch die Familie des Fahrers, die Kinder des Fahrers_Innen, die Verwandten_Innen und Innininningen und die Enkel auch (die Enkelinnen nicht zu vergessen).

Darüber hinaus kann man kaum einen Bahnhof – ein Objekt des öffentlichen Verkehrs – retten wollen, wenn man dabei sogar Busse blockiert!

Danke, und mein tiefster Respekt. Danke liebe und lieb_inningen Parkschützern und -Innen: danke euch und euch_innen kann man im Park nun in Ruhe Dosen sammeln. Dank auch, dass man den Park vor lauter Zelten nicht sehen kann. Auch schön ist es mit anzusehen, dass bei  Argumentationsmangel einfach zur Beleidigung gegriffen wird (Das wusste schon Schopenhauer in seinem Meisterwerk “Die Kunst, Recht zu behalten”). Von euch kann man jedoch noch siegen lernen: wenn ach so gar die Beleidigungen nicht mehr greifen, dann werde man einfach handgreiflich!

Jungs_Innen: die Argumentationskette – die “Andere” Seite hätte früher mit der Aggression angefangen – gleicht dem Crack-Dealer, der meinte: “Mein Vater hat mich früher mit dem Gürtel geschlagen, darum setze ich meine ganze Umwelt unter Crack und wenn meine Umwelt nicht mitmacht, dann benutze ich Gewalt und bringe sie alle auf Crack.

Mit eurem Momentum in der Presse und den Medien könnte man Positives erreichen. 50 Meter neben dem HBF steht die LBBW, die von uns 5 Milliarden für nichts, gar nichts und wieder nichts: auf Deutsch – für heiße Luft kassiert haben. http://www.focus.de/finanzen/boerse/finanzkrise/lbbw-milliardenhilfe-fuer-einstige-musterbank_aid_350321.html

Ein Bauprojekt hingegen wird echtes Geld, echten Mehrwert und echte Arbeit erzeugen. Dass einige mehrere 10% an Geldern versickern könnten, kann man getrost unter dem Posten der Reibungsverluste verbuchen. Der gemeine Bauarbeiter Hans und Franz würden echtes Geld bekommen, welches sie dann in den Kneipen, Gaststätten, in den Laufhäusern und vielleicht auch im Biergarten vom Schlosspark ausgeben könnten. Und Hans_Innen und Franziska würden neue Unterwäsche und einen tollen Mittwoch Abend genießen. Vielleicht könnte man so sogar die Rente noch retten?

Ach je: wenn das Projekt dann doch daneben gehen sollte? Dann haben wir noch viel mehr echtes Geld und echten Wert, um die Unzulänglichkeiten eines Provinzbahnhofs zu korrigieren. Eine Chance wird vertan.

Die Großfinanz und die Zinsknechtschaft hat uns alle sehr gut geblendet.

Ein Volk, welches damals die Bagdad-Bahn gebaut hat, soll heute einen Vorstadt-Bahnhof nicht unter die Erde setzen können?

Die Herren bei LBBW fühlen sich sicherlich köstlich amüsiert und kassieren weiter Zinzeszinsen.

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3 Responses to "Ein Bahnhof, ein Park der einst ein Mal war und vertane Chancen"